Ratgeber · TÜV & HU
TÜV-Checkliste: So bereitest du dein Auto auf die HU vor
- Herausgegeben von: Auto Betrieb Ömer · KFZ-Meisterwerkstatt
- Aktualisiert am
- 4 Minuten Lesezeit
Was kannst du vor der HU selbst prüfen?
Fast alles, was man ohne Hebebühne sieht: Licht, Reifen, Scheiben, Hupe, Gurte, Warnleuchten und grobe Undichtigkeiten. Dafür brauchst du 20 Minuten, einen hellen Platz und im Idealfall eine zweite Person, die hinter dem Auto steht.
Die Liste unten ersetzt keine Prüfung, aber sie fängt die Kleinigkeiten ab, an denen eine HU unnötig scheitert. Eine durchgebrannte Lampe ist in fünf Minuten getauscht, eine Nachprüfung kostet dich einen zweiten Termin.
Die Checkliste: elf Punkte vor dem Termin
- Beleuchtung komplett: Abblend- und Fernlicht, Standlicht, Blinker vorn, hinten und seitlich, Warnblinker, Bremslichter inklusive der dritten Bremsleuchte, Rücklicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte. Und die Kennzeichenleuchte, die leicht übersehen wird. Allein prüfst du das an der Spiegelung in einer Schaufensterscheibe oder am Garagentor.
- Reifenprofil: Im Hauptprofil müssen über den ganzen Umfang mindestens 1,6 mm stehen. Miss an mehreren Stellen, nicht nur an einer. Zusätzlich auf Risse, Beulen an der Flanke und das Alter achten.
- Reifenbild: Ist ein Reifen innen oder außen deutlich stärker abgefahren als in der Mitte, stimmt oft die Spur nicht. Das kostet Profil und fällt bei der Prüfung auf.
- Scheiben und Wischer: Kein Riss und kein großer Steinschlag im Sichtfeld des Fahrers. Die Wischer müssen schlierenfrei wischen, die Waschanlage muss Wasser bringen.
- Bremsen, die Anzeichen: Das Auto zieht beim Bremsen zur Seite, das Pedal pulsiert oder geht weich und tief durch, es schleift oder quietscht metallisch. Die Handbremse muss das Auto an einer Steigung sicher halten.
- Warnleuchten: Nach dem Motorstart müssen alle Kontrollleuchten ausgehen. Bleiben Airbag, ABS, ESP, Bremse oder Motorkontrolle an, prüft der Prüfer genau dort nach.
- Hupe: Einmal kurz drücken. Sie muss klar und laut kommen.
- Sicherheitsgurte: Jeden Gurt einmal ganz herausziehen. Er muss sauber aufrollen, einrasten und darf nicht ausgefranst sein.
- Ölverlust: Frische Flecken unter dem Stellplatz oder ein feucht verschmierter Motor und Getriebeboden deuten auf eine Undichtigkeit.
- Auspuff: Lautes Dröhnen, Klappern beim Anfahren oder Abgasgeruch im Innenraum sprechen für ein Loch oder eine gelöste Halterung.
- Rost an tragenden Teilen: Schweller, Längsträger, Bodenblech und die Bereiche rund um die Federbeinaufnahmen ansehen. Oberflächlicher Rost am Kotflügel ist etwas anderes als eine durchgerostete tragende Stelle.
Was musst du zur Hauptuntersuchung mitbringen?
Die Zulassungsbescheinigung Teil I, im Alltag Fahrzeugschein genannt. Sie ist der Nachweis, welches Fahrzeug geprüft wird, und dort wird nach bestandener Prüfung auch der nächste HU-Termin eingetragen.
Sinnvoll ist außerdem der Bericht der letzten HU. Als Halter musst du ihn ohnehin bis zur nächsten Untersuchung aufbewahren. Bei eingetragenen Umbauten oder einer Gasanlage gehören die entsprechenden Nachweise mit ins Handschuhfach.
Gehört die AU zur HU?
Ja. Die Abgasuntersuchung ist ein fester Teil der Hauptuntersuchung und wird im selben Termin gemacht. Bei neueren Autos läuft sie zum großen Teil über die Fahrzeugdiagnose, bei älteren über eine Messung am Auspuff.
Sie darf auch als eigenständiger Teil vorgezogen werden, dann aber frühestens einen Monat vor der HU. Für dich zählt vor allem eines: Eine dauerhaft leuchtende Motorkontrollleuchte ist ein Warnsignal für die AU. Lass den Fehlerspeicher vor dem Termin auslesen, dann weißt du, woran du bist.
Wann ist deine HU fällig?
Beim Pkw das erste Mal 36 Monate nach der Erstzulassung, danach alle 24 Monate. Den Monat zeigt die Zahl ganz oben auf der Plakette am hinteren Kennzeichen, das Jahr steht in der Mitte.
Fang mit der Checkliste zwei bis drei Wochen vor dem Termin an. Dann bleibt Zeit für ein Ersatzteil, das bestellt werden muss, ohne dass die Frist knapp wird. Die HU selbst musst du bis zum Ende des Monats auf der Plakette erledigt haben.
Was solltest du nicht selbst machen?
Alles an Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und tragenden Teilen. Hier geht es um deine Sicherheit, und eine laienhafte Reparatur fällt bei der Prüfung meist ohnehin auf.
Deine Aufgabe vor der HU ist das Hinsehen, nicht das Schrauben. Lampen tauschen, Wischerblätter wechseln und Waschwasser auffüllen darfst du natürlich selbst. Alles Weitere gehört in die Werkstatt, und zwar vor dem Prüftermin, nicht danach.
So läuft es bei uns in Hammerbrook
Bei uns bekommst du Vorab-Check, Reparatur und die HU/AU-Abnahme vor Ort in einem Ablauf. Oft heißt das: heute bringen, morgen abholen. Was repariert werden muss, sagen wir dir vorher mit Festpreis.
Steht ohnehin eine Wartung an, legen wir sie auf denselben Termin, siehe Inspektion und Wartung. Zeigen die Reifen ein schiefes Laufbild, prüfen wir die Achsvermessung gleich mit. Alles zum Ablauf steht auf der Seite TÜV, HU und AU. Einen Termin machst du über Kontakt.
Falls es doch hakt: Was die Mängelklassen bedeuten, steht im Beitrag TÜV nicht bestanden. Und wenn die Plakette schon abgelaufen ist, lies TÜV überzogen.
Häufige Fragen dazu
Welche Unterlagen brauche ich zur HU?
Die Zulassungsbescheinigung Teil I, also den Fahrzeugschein. Hilfreich ist außerdem der Bericht der letzten Hauptuntersuchung, den du als Halter ohnehin bis zur nächsten HU aufbewahren musst. Hast du eine Gasanlage oder eingetragene Umbauten, bring die zugehörigen Nachweise mit.
Wie tief muss das Reifenprofil für den TÜV sein?
Mindestens 1,6 mm, und zwar im Hauptprofil über den ganzen Umfang des Reifens. Das Hauptprofil sind die breiten Rillen im mittleren Bereich, etwa drei Viertel der Laufflächenbreite. Ein Reifen mit einer abgefahrenen Stelle fällt durch, auch wenn der Rest gut aussieht.
Muss ich zur AU extra hinfahren?
Nein. Die Abgasuntersuchung ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung und wird im selben Termin erledigt. Sie darf auch vorab als eigenständiger Teil gemacht werden, dann allerdings frühestens einen Monat vor der HU.